1921 - 1946

Zwischenkriegszeit

Nach dem Krieg, 1921, meldeten wir uns zum Kantonal-Turnfest in Olten an – trotz einer stark geschrumpften Mitgliederzahl. Der Wettkampf war ein wichtiger Moment, denn es gelang uns, den ersten Lorbeer für den Verein zu gewinnen, was alle mit Stolz erfüllte und neue Motivation gab. Besonders war es der Einsatz von Oberturner Iseli, der die Turner anleitete und sicherstellte, dass wir erfolgreich waren. 

In den folgenden Jahren wurden die Kantonal-Turnfeste zu einem festen Bestandteil unseres Vereinslebens. Wir nahmen 1924 am Turnfest in Balsthal teil, gut vorbereitet und voller Elan. Doch trotz all unserer Bemühungen schafften wir es nicht, den Lorbeer zu holen, und mussten uns mit einem Eichenkranz begnügen. Auch die Einzelturner hatten nicht das gewünschte Glück, aber wir gewannen wertvolle Erfahrungen und blieben motiviert, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Unsere Ambitionen wuchsen weiter, und so beschlossen wir, auch an den großen Eidgenössischen Turnfesten in Genf und Luzern teilzunehmen. Obwohl wir in diesen Wettbewerben nicht unsere besten Leistungen zeigen konnten, war es dennoch eine großartige Erfahrung, Teil dieser großen Turnergemeinschaft zu sein. Die Teilnahme zählte mehr als das Ergebnis, und das Gefühl der Zusammengehörigkeit war unbeschreiblich.

Schließlich erlebten wir 1930 in Grenchen einen weiteren Höhepunkt. Der Verein hatte sich verjüngt, und mit neuen, ehrgeizigen Mitgliedern gingen wir gut vorbereitet an den Start. Dank intensiver Vorbereitungen und einem neuen Geist im Verein gelang uns der Sprung nach vorne, und wir erreichten einen unerwartet hohen Rang. Es war ein unvergessliches Erlebnis, das von einem großen Gemeinschaftsgefühl geprägt war. Besonders in Erinnerung bleibt der herzliche Empfang, den unsere Turner nach der Rückkehr von der Dorfgemeinschaft erhielten. Dieser Erfolg und die vielen erlebten Momente prägten den Verein und uns alle nachhaltig.

Nach einer langen Zeit ohne größere Turnfeste trat Ambros Vögtli als Oberturner in die Lücke und führte den Verein durch intensive Übungsstunden. Unsere Leistungen verbesserten sich stetig, und so wurde der Gewinn des Lorbeers zu einem festen Ziel. Selbst als ein Gewitter während der Freiübungen die Veranstaltung durchnässte, ließen wir uns nicht entmutigen.

1936 traten wir schließlich beim Eidgenössischen Turnfest in Winterthur an. Bisher hatten wir bei solchen Großveranstaltungen noch keinen großen Erfolg gehabt, aber diesmal waren wir gut vorbereitet. Die Reise über den Bötzberg, war bereits ein Highlight, und der Einsatz zahlte sich aus. Stafettenlauf, Steinstoßen und Barrenübungen gelangen uns besonders gut, und erstmals konnten wir auch auf eidgenössischem Boden den Lorbeer erringen.

Doch nicht immer verlief alles reibungslos. 1938 mussten wir aufgrund des plötzlichen Austritts mehrerer Mitglieder mit einer kleinen Gruppe von nur sechs Turnern zum Wettkampf nach Schönenwerd reisen. Trotz unserer zahlenmäßigen Schwäche gelang uns ein glänzender Erfolg, und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte überschritten wir die 140-Punkte-Marke. Dieser Erfolg belebte den Verein und brachte neuen Zulauf, sodass die Mitgliederzahl sich in kurzer Zeit verdreifachte.

In den folgenden Jahren, 1942 in Gerlafingen und 1946 in Grenchen, konnte der Verein wieder mit einer stärkeren Mannschaft antreten. Unsere Leistungen stabilisierten sich auf hohem Niveau, und wir konnten uns mit anderen Sektionen messen, die traditionell als überlegen galten. Mit jedem Turnfest wuchs unser Selbstvertrauen und die Anerkennung, die wir von anderen Vereinen erhielten.