Ab 2000
Jahrtausendwende im Namen der Jugend
Wahrscheinlich bin ich als Verfasser etwas voreingenommen bei der Wahl des Titels, denn ich durchlebte den Verein ab der 1. Klasse mit der Teilnahme in der Jugi bis heute als Teil des Vorstands und aktiver Turner. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Jugend im Vordergrund des Turnvereins stand. Wettkämpfe wie der «Vielsitigst Hobler», «Jugi-Tag», das Weihnachtsessen mit Film und Hot-Dog, das Eierlesen zu Ostern und vor allem das Unihockey Turnier waren feste Bestandteile des Kalenders! Es war selbstverständlich, dass die Jungen teil der «Jugi» waren. Die Fussballpartie die im Turnunterricht abgebrochen wurde, wurde nahtlos im Turnverein fortgeführt. Neben dem Engagement in der Jugi wurde auch vermehrt Energie in das Korbball investiert, was sich mit diversen Pokalen auszahlte.
Verstärkte Konkurrenz
In der Schweiz erleben viele Vereine einen Rückgang der Mitgliederzahlen, was teilweise auf die zunehmende Individualisierung des Einzelnen zurückzuführen ist. Mit der Individualisierung streben viele Menschen nach persönlicher Entfaltung und Selbstverwirklichung, was oft bedeutet, dass sie weniger bereit sind, sich langfristig an Gruppen oder Vereine zu binden. So erging es auch dem Turnverein Hochwald in den 2010-er Jahren. Die Schulklassen in Hochwald wurden kleiner und der Turnverein verlor zunehmend Mitglieder an zum Beispiel Fussballvereine. Trotzdem war der Verein bestrebt an seinen Grundsätzen festzuhalten. Kameradschaftliches Engagement wurde stets gepflogen mit Turnfahrten, Wanderungen und Ausflügen. Auch an Regionalen-, Kantonalen- und Eidgenössischen Turnfesten wurde stets teilgenommen. Jedoch beschreibt das Zitat aus dem Bericht des Turnfests in Bibrist aus den 1950er Jahren die erbrachten Leistungen von damals wie heute am besten: «So, nun war das Sektionsprogramm beendet und wir gingen zum gemütlichen Teil über, es wurde auch hier gute Leistungen vollbracht, denn das Buffetfräulein brauchte den Bierhahnen für einige Zeit nicht mehr zu schliessen.» Auch wenn wir nicht mehr an die Erfolge von damals anknüpfen konnten war der Turnverein stets bemüht auf sich aufmerksam zu machen.
Post-Covid-Hangover
2020 verbreitete sich weltweit das Coronavirus, was die ganze Welt lahmlegte. Der Turnverein blieb nicht unverschont. Im Januar 2020 konnte wir gerade noch unser jährliches Unihockey-Turnier durchführen, was stets ein grosser Erfolg war. Ende März traf sich der ganze Verein dann schon online für die alljährliche GV. Was kurzfristig amüsant und wahrscheinlich die meistbesuchte GV seit langem war, offenbarte sich als immense Herausforderung. Feste Termine im Jahr wie der Hockey-Cup oder das Korbball-Plauschturnier konnten nicht mehr durchgeführt werden. Mangels vereinsinterner Initiative und veränderten Prioritäten, wurde der Turnbetrieb nur schleppend wieder aufgenommen.
Und die Zukunft?
Der Verein veränderte sich in den Vergangenen 125 Jahren mindestens so stark wie das Dorf Hochwald. Der Blick in die Vergangenheit zeigt das Folgende; Der Verein ist das, was deren Mitglieder gedenken zu tun. Seit der Gründung vor nun über 125 Jahren hat jede einzelne Generation das Vereinswesen geprägt. Vom motivierten Schwinger, Turnen, über das soziale Engagement der Jugendförderung, zum Korbball. Dem Verein sind keine Grenzen durch Vorurteile oder Traditionen gesetzt, solange deren Mitglieder an einem Strang ziehen und den Grundsätzen des Turnverein Hochwald treu bleiben.
Lustvolle körperliche Betätigung, sich dabei mit andern messen, uneigennützige Arbeit zur Pflege der Kameradschaft. Bestes Beispiel ist die neuinitiierte Jugi. Unter der Leitung von Patrick Jacquemai, Andrea Savodelli und Stephan Biry turnen Kinder, Mädchen wie Jungs, zusammen jeweils am Montag. Wenn der Verein sich an die Grundsätze haltet, flexibel und initiativ bleibt, dann steht ihm nichts im Wege um im Jahr 2049 sein 150-jähriges Jubiläum feiern zu können.